Trampeln lassen!

„Immer wieder versuchen Planer den Menschen vorzugeben, was sie zu tun und zu lassen haben, statt sich psychisch in sie hineinzuversetzen. Die Folge sind selbst getrampelte Auswege.“ Zu dieser Feststellung gelangt Dirk Helbing, Forscher an der ETH Zürich. Sein Steckenpferd sind Trampelpfade: Warum und wie entstehen sie, sind sie nützlich oder schädlich oder gar beides?

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Es kann immer auch ganz anders sein!

Alles was so wie es ist, war, sein wird oder sein kann, ist immer auch anders denkbar und möglich. Das behauptet der Soziologe Niklas Luhmann (1927 – 1998). Im Bild links haben wir „nur“ zwei Möglichkeiten: Wir sehen entweder eine junge oder eine alte Frau. (Übrigens: Wir sehen niemals beide gleichzeitig; unser Hirn muss umschalten.)

Für die Behauptung Luhmanns gibt es den Begriff der Kontingenz. Kontingenz bedeutet Ungewissheit und Unberechenbarkeit, die Abwesenheit von Wahrheit … Wir müssen unterschiedliche Wahrnehmungen der Wirklichkeit akzeptieren.

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Es waren einmal drei Prinzen …

sie reisten ohne konkretes Ziel durch das Reich und nutzten den Zufall für ihre Erlebnisse, für ihr Finden und für ihre Schlussfolgerungen und Taten. Offenbar suchten sie nicht, sie fanden.

Wir sprechen hier vom sog. Serendipity-Prinzip. http://livingheritage.org/three_princes.htm.

Was unterscheidet den Finder vom Sucher?
Der Sucher muss wissen, wonach er sucht. Nach Ostereiern zum Beispiel. Dann entscheidet er über die Methodik der Suche und über die Werkzeuge. Damit ist das Suchergebnis determiniert, Zufallsfunde werden ignoriert oder als irrelevant herabgestuft. Nur die gefundenen Eier zählen.

Der Finder kennt keine Findesystematik, er nutzt das was er findet als Kollateralnutzen seiner offenen Sinne. Damit kennt er keine Enttäuschung … er findet immer.

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Die Metamorphose zur Metapher

Da soll es jenen Drukpa Kuenley im Bhutan des 15. Jahrhunderts gegeben haben, der fünf Tausend Damen mit seinem großen Phallus beglückte und mit diesem Teil auch Feinde erschlug, so sagt man. Er zog durch die Lande des südlichen Himalaya und interpretierte den Buddhismus auf seine Weise. Heute ist ihm ein Tempel nahe Phunakha gewidmet; dort kann sich jeder Besucher mit einem hölzernen Penis segnen lassen, was immer das auch nutzen mag.

Die Atmosphäre in diesem Tempel ist alles andere als schlüpfrig, niemand schmunzelt, die Segnung mit der leichten Penisberührung auf die Stirn wird vielmehr ehrfürchtig dankend angenommen. Danach gibt’s noch diese Pfefferkorn-ähnlichen Perlen zum Lutschen (Achtung: besser bald ausspucken!).

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Hinter dem Stempel …

2015_12_19_stempel_0005_bearb_kompWir Menschen möchten Ordnung, Struktur, Verlässlichkeit, Vorhersagbarkeit.

Dazu schaffen wir Kategorien, wir könnten auch sagen Eigenschafts-Cluster oder bildlich: Kästchen und Schubladen. Alles was uns über den Weg läuft, packen wir dort hinein: Zeitgenossen, Dinge, Situationen. Mit dieser Zuordnung erhält möglichst alles, was unsere Welt ausmacht, einen Stempel, wir vergeben Namen und Nummern.

Am Stempel erkennen wir die Phänomene wieder, können uns einstellen und einrichten. Und wir projizieren das Ist als Rezept in die Zukunft. So wie es sein soll.

Wir fühlen uns sicher.

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Dilemma?

dilemma parameterWir sprechen auch von einer Zwickmühle, wenn wir eine Situation beschreiben, bei der alle (meist sind es nur zwei) Entscheidungsalternativen zu ähnlich unerwünschten Ergebnissen führen.

Der Lebenskünstler wird zu Recht einwenden, dass es solche Zwickmühlen nicht gibt, er entscheidet sich immer irgendwie. Und steht dann dazu, braucht keine Rechtfertigungen. Manche sehen sich jedoch als Opfer solcher Dilemma-Situationen!

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